Die Salzgärten in Zahlen
Ihre Fläche von 2000 Hektar teilt sich in zwei Zonen: Die eine um den Traict (eine Art Haff) von Le Croisic, die an die Städte Batz, Guérande und La Turballe angrenzt und die zweite, kleinere im Norden der Halbinsel, die 350 Hektar um die Städte Mesquer, Saint-Molf und Assérac umfasst.
Seit 1996 stehen die Salzmoore unter Naturschutz.
Heute zählt man ungefähr 250 Salzbauern die im Jahr ungefähr 12000 Tonnen Salz abbauen.
Erzähl mir von den Salzgärten

- Les marais salants vus du ciel
Zwischen den Flüssen Vilaine und Loire hat der Atlantik mit der Halbinsel von Guérande eine einzigartige Küstenform geschaffen die der Mensch für seine Zwecke genutzt hat.
Über vielen unbekannte Dörfer hier und dort sitzt auf der einen Seite die leicht erhobene Granitinsel von Batz. Auf der anderen Seite wacht die mittelalterliche Stadt Guérande von ihrem Plateau über die Salzfelder deren Hauptstadt sie ist: Gwen Rann heißt auf Bretonisch "Weißes Land".
Im Wasser dieser Landschaft spiegelt sich die alte Tradition der Arbeit im Lauf der Zeit und der Natur wider….
Ein bisschen Geschichte
Lange vor der Konstruktion der Salzgärten wie wir sie heute kennen, gab es seit der Eisenzeit eine andere technik der Salzproduktion. Man Sammelte Sand und saalzhaltige Tonerde die man auswusch um eine sehr konzentrierte Lake zu erhalten. Die Salzlake wurde dann in Tongefäße gegeben und bis zur Kristalisation des Salzes erhitzt.
Diese Technik war an der ganzen armorikanischen Küste verbreitet.
Die heutige sonnenabhängige Technik wurde noch vor dem 9. Jahrhundert entwickelt. In den folgenden Jahrhunderten wurden die Salzgärten gebaut. Um 1500 umfassten sie bereits 80% der heutigen Fläche. Zwischen 1560 und 1660 wurden, dank der Entwicklung des Seehandels 2500 Becken erbaut. Die letzte Saline entstand um 1800. Aber ab Mitte des 19. Jahrhunderts ist ein stetiger Verfall zu beobachten, da in dieser Zeit die Konkurrenz des Bergsalzes zustimmt und die Verwendung von Salz als Konservierungsmittel abnimmt und sich die Verkehrswege zu Land verbessert haben.
Wie funktionieren die Salinen?

- Paludier récoltant son sel
In Winter und Frühling widmet sich der Salzbauer den Arbeiten zum Erhalt der Saline, dann der Vorbereitung für die sommerliche Ernte.
Der Paludier (Salzbauer) erntet von Juni bis September.
Mit Ebbe und Flut wird das Salzfeld über ein kompliziertes Schleusen- und kanalsystem mit Wasser versorgt.
In der Verdampfungsphase lässt der Paludier alle 15 Tage Wasser in ein erstes Becken laufen. Von dort läuft das Wasser von Becken zu Becken bis zur Mitte der Saline wobei die Wasserhöhe immer weiter absinkt und das Niveau des Beckenbodens steigt. So wird das Wasser immer salzhaltiger, da Wind und Sonne für eine anhaltende Verdunstung sorgen. Im letzten Becken ist die Salzlake schließlich so konzentriert, dass das Salz auskristalisiert.
Vor allem bei Ostwind bilden sich feine Kristalle in großen Schollen auf der Wasseroberfläche: Dies ist die "Fleur de Sel" (Blume des Salzes) die mit einem speziellem Werkzeug vorsichtig geerntet werden kann. Man produziert davon maximal 3 bis 5 kg pro Saline am Tag bei sehr schönem Wetter.
Hundert mal produktiver ist die Ernte des "Gros sel" (grobes Salz) oder "Sel Gris" (graues Salz) das sich auf dem Lehmboden der Saline ablagert. Hiervon produziert man 50 bis 70 kg pro Saline am Tag.
Schließlich wird das Salz an den Rand des Salzfeldes gebracht um dort zu trocknen. Ende September wird es dann in die Läden oder in große Salzspeicher, "Salorge", gebracht.
Die Produktion heute

- Récolte du sel à Guérande
Seit den 70er Jahren steigt die Zahl der Salzbauern wieder an. Sie haben sich organisiert um gegen die Konkurrenz anzukämpfen und ihren Berufsstand zu erhalten.
Seit den 90er Jahren wurden verschiedene Kooperativen und Organisationen gegründet die über die Qualität des Salzes wachen und den Verkauf des Salzes organisieren.
Entdecken Sie die Salzgärten
Verschiedene Museen erklären die Salzproduktion und zeigen Objekte aus dem Leben der Salzgärtner. Auch Führungen durch die Salzmoore werden angeboten.



